Folge 31: Was macht eigentlich? Stephan Reiter
Stephan Reiter erlebte die sportlichen Glanzzeiten des FC Zons in der Verbandsliga mit. Drei Jahre trug er das blau-gelbe Dress. Zuvor spielte der heute 59-Jährige für Rapid Wien in der österreichischen Bundesliga. Ein Bänderriss verhinderte seinen Einsatz im Europacup-Spiel gegen Inter Mailand mit Jürgen Klinsmann und Lothar Matthäus.
Was machst Du heute?
Ich wohne mit meiner Frau in Benrath. Wir sind zusammen oft mit dem Camper unterwegs. Seit zwei Jahren bin ich in Frührente. Seit meinem schweren Herzinfarkt sehe ich das Leben und die Welt mit anderen Augen. Dass ich heute überhaupt noch lebe, habe ich drei Feuerwehrleuten zu verdanken. Ich bin sehr glücklich, dass ich heute sagen kann, dass es mir gut geht. Ich gehe täglich bis zu 15 km mit dem Hund und mache Muskeltraining.
Du bist zur Saison 1995/96 nach Zons gekommen. Was war der Grund für den Wechsel?
Wegen Dirk Schneider, der da schon für Zons gespielt hat. Ihn kannte ich aus gemeinsamen Zeiten beim VfR Neuss. Er hat mir zum Wechsel geraten und alles in die Wege geleitet.
Dein Start in Zons war holprig, denn gleich im ersten Trainingslager hast Du Dir einen Bänderriss zugezogen…
Es hat mir für das Team und für Trainer Peter Vogel leidgetan, dass ich anfangs nicht das zeigen konnte, zu dem ich eigentlich im Stande gewesen bin. Der Bänderriss hat mich zurückgeworfen. Erst in der Saison mit dem leider schon verstorbenen Trainer Heinz Nitze lief es dann wie am Schnürchen. Mit ihm habe ich mich ohnehin super verstanden.
Ein anderer Bänderriss hat Dich um das wohl größte Spiel Deiner Karriere gebracht.
Leider ja. Ich habe unter anderem für Vorwärts Steyr, Austria Klagenfurt und Rapid Wien in der österreichischen ersten Liga gespielt. Mit Rapid haben wir uns 1990 für den Europacup der Landesmeister, dem Vorläufer der Champions League, qualifiziert. Unser Gegner hieß Inter Mailand, damals mit Andy Brehme, Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann. Mein kurz zuvor erlittener Bänderriss zwang mich in die Zuschauerrolle. Ich musste leider beide Spiele von der Tribüne aus verfolgen. Wir haben uns gegen diese Star-Truppe achtbar aus der Affäre gezogen und zweimal knapp 1:2 verloren.
Was war für einen Ex-Profi wie Dich das Besondere an den drei Jahren in Zons?
Ich hatte vorher noch nie einen Verein erlebt, der so familiär geführt wurde, wie der FC Zons. Wir waren mit den Zuschauern und dem Vorstand eine große Familie. Das war außergewöhnlich und sehr schön. Schon allein die vielen tollen Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe, waren Highlights. Edgar Hagedorn, Frank Klein, Marc Roch, Frank Ritter, Dirk Schneider, Mark Herbes undundund…
Hast Du noch Kontakt zu diesen Spielern?
Leider nicht, was mir jetzt, wo ich an diese Namen auch durch diese Serie „Was macht eigentlich?“ erinnert werde, leidtut. Da kommt schon ein wenig Wehmut auf. Wenn es zeitlich passt, würde ich gerne zu einem Ehemaligen-Treffen kommen. Ich habe davon gelesen und das wäre eine schöne Gelegenheit für ein Wiedersehen.
